Neuigkeit

Corona Testcenter läuft gut an
Pressemitteilung des Landkreis Sigmaringen


Das Corona Testcenter in Hohentengen hat gestern Abend seinen Betrieb aufgenommen. Nachdem bis wenige Stunden vorher noch alles gut vorbereitet worden war, lief der Start um 18 Uhr dann reibungslos ab. Bis 21 Uhr konnten die geplanten 18 Tests durchgeführt werden. Die Untersuchten erhalten ihre Ergebnisse dann vom Gesundheitsamt. Die Verantwortlichen möchten nun mehr Tests durchführen, sobald sich die Abläufe eingespielt haben.
 
„Über das Wochenende bis kurz vor dem Start haben das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst, die Feuerwehr und das THW angepackt und das Testcenter aufgebaut – alles ehrenamtlich, alles kurzfristig, alles hochprofessionell. Ich bin heilfroh, dass wir im Landkreis so engagierte Menschen haben. Ich sage von Herzen danke“, wird Landrätin Stefanie Bürkle in der Pressemitteilung des Landkreises zitiert.
 
„Mein Dank gilt auch den Ärzten und dem medizinischen Personal, dass nun nach Feierabend die Tests vornehmen. Der Landkreis rückt zusammen, alle packen an gegen Corona!“, so Bürkle.
 
Damit sich der Einsatz der Hilfsdienste, Ärzte und Mitarbeiter des Gesundheitsamts und des Katastrophenschutzes, die oft von morgens bis spät in die Nacht und auch am Wochenende arbeiten, auch lohnt, bittet die Landrätin die Bürgerinnen und Bürger nochmals darum, soziale Kontakte zu meiden: „Bleiben Sie zu Hause und wenn Sie raus müssen, halten Sie Abstand zu anderen Personen. Nur wenn jeder mithilft und sich einschränkt, schaffen wir es, gegen das Virus anzukommen.“
 
Anders wie in anderen Kreisen waren nur wenige Menschen gekommen, die sich ohne Termin des Gesundheitsamts testen lassen wollten. So konnte alles geordnet ablaufen. Wer glaubt erkrankt zu sein, solle sich zunächst an den Hausarzt wenden. Er nimmt dann Kontakt mit dem Gesundheitsamt auf, das entscheidet, ob ein Test erforderlich ist. Der Patient erhält dann einen Termin. Tests ohne Termin sind nicht möglich. Darauf hatte das Gesundheitsamt immer wieder hingewiesen. Arztpraxen und die SRH-Kliniken testen weiterhin auch selbst. Die SRH-Kliniken führen allerdings keine Abstriche mehr für Externe durch.
 
Im Landkreis Sigmaringen sind zum Stand 19.03. 58 Personen am Corona Virus erkrankt. Gestern waren es 48, am Dienstag 37 Personen.

PM LK SIG vom 17.03.2020, 15:32 Uhr:

37 Corona Fälle, Testcenter geht morgen in Betrieb


Seit Dienstag gibt es 37 Coronafälle im Landkreis Sigmaringen. Ein über 80 jähriger Patient, der an einer schweren Lungenentzündung litt, wurde gestern ins SRH-Krankenhaus Sigmaringen eingeliefert. Er verstarb dort wenig später. Bei ihm wurde auch das Corona Virus festgestellt.
 
Aktuell sind noch 219 Tests offen, das Gesundheitsamt rechnet mit weiter rapide steigenden Fallzahlen in den nächsten Tagen.
 
Auch angesichts dieser Nachricht erneuert Landrätin Stefanie Bürkle ihren eindringlichen Appell an die Bürger, zuhause zu bleiben. „Wer trotz Quarantäne sich unter anderen Menschen aufhält, riskiert, dass das Virus an ältere und erkrankte Mitbürger weitergegeben wird. Und für diese kann es mitunter tödlich enden.“ Auch all diejenigen, die keine Quarantäne haben, bittet die Landrätin, soziale Kontakte zu meiden: „Sport in Gruppen, Treffen mit Freunden im Bauwagen, der Eisdiele oder dem Restaurant müssen nun nicht mehr zwingend sein.“
 
Testcenter geht morgen in Betrieb
Das Testcenter in der ehemaligen Oberschwabenkaserne in Hohentengen geht morgen Abend in Betrieb. Die Feuerwehr, das Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst haben gemeinsam die Container-Test-Station eingerichtet. Sie unterstützen nun auch beim Betrieb. Das medizinische Personal sowie der anwesende Arzt wird von der Kassenärztlichen Vereinigung gestellt. „Mein Dank geht an die Hilfsorganisation und die Ärzteschaft im Kreis. Nur dank ihrer raschen Hilfe konnten wir das Testcenter nun so rasch auf die Beine stellen“, sagt Landrätin Stefanie Bürkle. Die Mitarbeiter dort arbeiten künftig tagsüber in ihre Praxen nach Feierabend in der Teststelle zusätzlich.
 
Die Teststelle soll zur Entlastung der Hausärzte und der Krankenhäuser dienen.
Tests sollen zunächst von 18 bis 21 Uhr durchgeführt werden.

Wichtig: getestet werden kann nur, wer einen Termin vom Gesundheitsamt erhalten hat. Wer glaubt, sich mit dem Corona Virus angesteckt zu haben, soll telefonisch Kontakt zum Hausarzt aufnehmen. Dieser prüft, ob ein Test sinnvoll ist und leitet den Namen an das Gesundheitsamt weiter. Der Patient erhält dann vom Gesundheitsamt einen Termin. Menschen, die ohne Termin die Teststelle aufsuchen, müssen abgewiesen werden.
 
Kfz-Zulassung nur nach Termin, aber dafür täglich bis 17 Uhr möglich
Die Zulassungsstellen in Bad Saulgau und Pfullendorf bleiben ab Morgen komplett bis voraussichtlich 19. April 2020 geschlossen. Es sind nur noch Zulassungen  mit vorheriger Terminvereinbarung möglich. Termine können online vereinbart werden unter https://www.landkreis-sigmaringen.de/de/Online-Terminreservierung-KFZ-Zulassungsstelle

Um möglichst vielen Menschen einen Termin anbieten zu können wird die Zulassungsstelle von montags, dienstags, mittwochs und freitags von 7.30 – 17.00 Uhr und donnerstags von 7.30 – 18.00 Uhr  besetzt sein. Dies sind insgesamt 17,5 Stunden mehr als bisher.
 
Sonn- und Feiertagsbeschäftigung sowie Abweichung von täglicher Höchstarbeitszeit wird erleichtert
Wer in Bereichen arbeitet, die zur Versorgung der Bevölkerung unmittelbar notwendig sind, darf künftig zwölf statt zehn Stunden täglich arbeiten. Auch sonntags darf künftig gearbeitet werden. Dies gilt auch für die Logistik des täglichen Bedarfs sowie die für die Produktion aller Waren, die zur Bekämpfung des Corona Virus notwendig sind.
 
Dies hat das Landratsamt eben angeordnet, nachdem das Land alle Kreise in Baden-Württemberg dazu angehalten hatte. Zu finden ist die Anordnung auf landkreis-sigmaringen.de bei amtliche Bekanntmachungen.

--


PM LK SIG vom 16.03.2020:

Zahl steigt deutlich an
Landrätin bittet Bevölkerung um Unterstützung
Landratsamt entscheidet heute über Veranstaltungsbegrenzungen und Zutrittsbeschränkungen von Pflegeheimen und Krankenhäusern

 
25 positiv auf das Corona Virus getestete Personen gibt es aktuell im Landkreis Sigmaringen. Nach neun Betroffenen am Freitag wird nun auch anhand der Fallzahlen im Landkreis deutlich, wie rasch die Verbreitung voranschreitet. "Wir sind nun alle gefordert mit zu helfen", sagt Landrätin Stefanie Bürkle. Sie bittet die Bürgerinnen und Bürger ihre sozialen Kontakte einzuschränken und sich an alle Hygiene- und Quarantäneempfehlungen zu halten. "Ich appelliere an alle: Helfen Sie Ihren älteren und erkrankten Mitbürgern, gehen Sie für sie einkaufen und unterstützen Sie sie im Alltag", so Bürkle. 
 
Mittlerweile gibt es in allen Teilen des Landkreises positiv getestete Fälle. Allen 25 Patienten geht es den Umständen entsprechend gut. Sie zeigen nur leichte Symptome wie Schnupfen, Fieber und etwas Husten. „Dennoch müssen wir uns im weiteren Verlauf auch auf schwere und kritisch verlaufende Fälle einstellen“, stellt Dr. Susanne Haag-Milz, Leiterin des Gesundheitsamts klar. Es wurden insgesamt 316 Personen getestet, 112 Personen aus dem Landkreis sind negativ getestet, 170 Befunde stehen aus. 
 
Erstmals wurden nun auch an einigen wenigen Orten im Landkreis Personen aus medizinischen Berufen mit dem Virus infiziert. Diese Personen stehen unter Quarantäne und sind 14 Tage zuhause.
 
Die Kontaktpersonen zu den Erkrankten, die selbst im medizinischen Bereich arbeiten, können teils unter der Voraussetzung, dass sie selbst gesund sind und strenge Schutzvorkehrungen wie das Tragen von Atemschutz einhalten weiter arbeiten, sodass eine Übertragung auf andere verhindert wird. Gemäß den Empfehlungen des Landesgesundheitsamtes werden sie jedoch engmaschig mit Abstrichen auf das Corona Virus kontrolliert. "Es ist wichtig, dass unser Gesundheitssystem leistungsfähig bleibt. Wir stimmen uns hier besonders eng mit dem Landesgesundheitsamt ab und prüfen für jeden Betroffenen nach strenger Abwägung und Risikobewertung, ob eine weitere Tätigkeit möglich ist", erläutert Dr. Susanne Haag-Milz.
 
Da auch im Kindergarten in Oberschmeien ein Fall aufgetreten ist, bleibt der Kindergarten bereits heute geschlossen.
 
Das Testcenter wird in der ehemaligen Oberschwabenkaserne in Hohentengen realisiert, nachdem sich am Wochenende dort ein Platz finden ließ, der zentral im Landkreis liegt, problemlos angefahren werden kann und beispielsweise auch einen Wasseranschluss bietet. Dort werden seit Sonntag Container aufgestellt, am Mittwoch soll der Betrieb starten. Menschen, bei denen ein Abstrich entnommen werden soll, können nach Vorabstimmung mit dem Hausarzt  und dem Gesundheitsamt mit dem Auto vorfahren. Der Abstrich wird direkt aus dem Auto entnommen. Die kassenärztliche Vereinigung bemüht sich derzeit geeignetes Personal für diese Aufgabe zu finden. Die Hilfsdienste unterstützen intensiv beim Aufbau und dem Start der Teststelle. Die Teststelle soll zur Entlastung der Hausärzte und der Krankenhäuser dienen. Tests sollen zunächst von 18 bis 21 Uhr durchgeführt werden. Die Öffnungszeiten am Abend sind notwendig, damit genug Personal der Hilfsdienste und ein Arzt zur Verfügung steht.
 
"Die niedergelassenen Ärzte, wie auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamts arbeiten hoch engagiert“ sagt Landrätin Bürkle. „Ab morgen helfen noch einmal über zwanzig Kollegen zusätzlich im Gesundheitsamt aus", erläutert Stefanie Bürkle. Das Gesundheitsamt wurde bereits letzte Woche personell verstärkt.
 
All diejenigen, die Symptome zeigen und sich entweder in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder Kontakt mit einer infizierten Person hatten, sollten sich telefonisch beim Hausarzt melden und einen Test zu vereinbaren. "Jetzt gilt umso mehr: Auf keine Fall unangemeldet beim Arzt erscheinen und konsequent Kontakte meiden", so Dr. Haag-Milz.
 
Das Sozialministerium Baden-Württemberg prüft derzeit den Erlass einer Rechtsverordnung, die die Durchführung von Veranstaltungen landesweit regeln soll. Sollte diese nicht im Lauf des Montags konkret werden, entscheidet das Landratsamt bis heute Abend, ob per Allgemeinverfügung Veranstaltungen ab einer bestimmten Grenze untersagt oder unter Genehmigungsvorbehalt gestellt werden. Auch wird darüber beraten, ob und ggf. wie der Zutritt zu Krankenhäusern und Pflegeheimen eingeschränkt werden muss. 
 
Am Abend wird Landrätin Bürkle in einer Telefonkonferenz mit allen Bürgermeistern abstimmen, wie Landkreis und Gemeinden in den kommenden Tagen vorgehen. "Kreis und Gemeinden setzen nun alles daran, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Wir wollen uns hier gut abstimmen und genau prüfen, welche Regelungen notwendig und sinnvoll sind. Klar ist aber: Die Lage ist ernst, wir alle müssen uns nun in unserem täglichen Leben einschränken. Jetzt gilt es, solidarisch zu sein. Jeder einzelne von uns trägt  Verantwortung, sich selbst und vor allem andere vor einer Ansteckung zu schützen" so Landrätin Stefanie Bürkle abschließend.